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Zur Zeit lese ich:

Jo Nesbø ~ Der Erlöser

Zuletzt gelesen:

Jo Nesbø ~ Das fünfte Zeichen

Alexander McCall Smith ~ Keine Konkurrenz für Mma Ramotswe

Walter Satterthwait ~ Maskeraden

Tony Hillerman ~ Die Nacht der Skinwalkers

Walter Satterthwait ~ Der Gehängte

Walter Satterthwait ~ Eskapaden

Walter Satterthwait ~ Die Blume in der Wüste lebt

Die Korrekturen ~ Jonathan Franzen

Warten auf die Barbaren ~ J. M. Coetzee

Die Rübenkönigin ~ Louise Erdrich

Carter - Das Spiel mit dem Teufel ~ Glen David Gold

 

 

Rezension

Warten auf die Barbaren von J. M. Coetzee

 "Warten auf die Barbaren" ist der zweite Roman, den ich von Coetzee gelesen habe.

Der Roman spielt in einer unbestimmten Zeit in einem unbestimmten Land. Der Zivilrichter eines kleinen Dorfes schildert in der Ich-Perspektive das Leben der kleinen Gemeinschaft am Rande der Wüste, nachdem ein Regierungsbeamter aus der Hauptstadt auftaucht und mit menschenunwürdigen Methoden beginnt, die Jagd auf die "Barbaren" voranzutreiben... Erst als der Richter ein gefoltertes Mädchen bei sich aufnimmt, erkennt er die Reichweite der Macht und entschließt sich zu einer folgenschweren Reise...

Das Buch war so, wie ich es erwartete. Was nicht negativ ist, denn die hohe Meinung, die ich von Coetzee habe, wurde auch hier wieder untermauert und bestätigt. Meiner Meinung nach einer der wichtigesten Autoren der Moderne. Seine Geschichten gehen einem näher, als es einem lieb ist und manchmal muss ich seine Bücher aus der Hand legen, weil es zu intensiv wird. Es geht in diesem Buch um Mord, Folter und Macht. Nein, um noch viel mehr. Es sind harte und schwere Themen, die Coetzee dennoch niemals reißerisch oder voyeuristisch angeht. Er hat ein außerordentliches Sprachtalent, was er zu gebrauchen weiß. Der Fakt, dass man nicht weiß, wann und wo die Geschichte spielt, ist ein guter Kniff; denn man hat das Gefühl, die Geschichte könnte fast heute noch spielen. Es ist ein Thema, dass vor fünzig Jahren ebenso intensiv war, wie es heute ist. Ein (zu) realistisches Buch, das berührend und ernst ist. Ich möchte hier 6 von 7 Punkten geben, da ich das Buch wirklich manchmal kaum ertragen habe, Sprache und Inhalt aber unglaublich gut waren.


 

Rezension

Die Rübenkönigin von Louise Erdrich

 "Die Rübenkönigin" ist ein ungewöhnlicher Familienroman, dessen Klappentext leider nicht so ganz den Tatsachen entspricht...

Es geht um die Familie Adare - da ist die Mutter Adelaide und ihre Kinder Karl, Mary und das Baby ohne Namen. Seit dem Tod des verheirateten Freundes der Mutter fristen sie in den USA der 30er Jahre ein karges Leben. Eines Tages steigt Adelaide in das Flugzeug einer Flugschau und kehrt nie wieder... Die Wege der Geschwister trennen sich und treffen erst viele Jahre später wieder aufeinander, als die Rübenkönigin in der kleinen Stadt Argus gekrönt wird...

Doch bis dahin lernt man die einzelnen Protagonisten in wechselnden Perspektiven besser kennen. Das ist nicht immer wirklich spannend und ich habe manchmal meine Schwierigkeiten gehabt, weiter zu lesen, da mir irgendwie alle Figuren recht unsympathisch waren. Dennoch gebe ich dem Buch 4 von 7 Punkten, da der Schreibstil schön ist und die Skurrilität Spaß macht. Die Figuren sind derweil auch realistisch angelegt und das Buch bleibt einem im Gedächtnis, gerade weil es auch aneckt.

 

Rezension

"Carter - Das Spiel mit dem Teufel " von Glen D. Gold

"Carter - Das Spiel mit dem Teufel" ist der etwas holprige Titel eines wunderbares Buches (der schmissige Originaltitel lautet "Carter beats the devil" ), das ist richtig verschlungen habe. Es ist die fiktive Biographie des Magiers Carter The Great.

Das Buch spielt in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts in Amerika. Präsident Harding besucht die berühmte Zaubershow des großen Magiers Charles Carter. Aber nicht nur das, er erklärt sich sogar bereit, als Freiwilliger beim 3. Akt der Show teilzunehmen - bei der er von Carter und dem Teufel in Stücke gerissen und an Löwen verfüttert wird... Als Harding tatsächlich stirbt, ist der Große Carter auf einmal ganz schön in Bedrängnis...

Dieser Start führt einen sachte in die Welt von 1920 ein, um einen dann mit einem gekonnten Schubs mitten in das Buch hinein zu werfen, von dem man dann gar nicht genug bekommt. So ging es jedenfalls mir. Ich habe Charles Carter und seine Tricks lieben gelernt, ebenso wie das umherziehende Varieté und die liebenswerten Figuren, die man zum Teil noch kennen dürfte - so fehlt Houdini natürlich nicht, der dem jungen Carter über den Weg läuft. In diesem Buch ist alles Gute vereint - Magie, Tiefgründigkeit, Witz, Spannung, Liebe, Historie und ein gewisser Wahrheitsgehalt. Es lebe der Große Carter!

 

 

Meine Lieblingsbücher

"Extrem laut und unglaublich nah" von Jonathan Safran Foer,
Novellen, Theaterstücke und Miniaturen von Stefan Zweig z.B. "Angst", "Amok", "Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau", "Brief einer Unbekannten", "Tersites",
Krimis von Jo Nesbø z.B. "Leopard",
"Der Fragebogen" von Ernst von Salomon,
"Die Gärten der Finzi-Contini" von Giorgio Bassani,
"Hunger" von Knut Hamsun,
"Schande" von J. M. Coetzee,
"Die folgende Geschichte" & "Paula I + II" von Cees Nooteboom,
"Ein schlichtes Herz" von Gustave Flaubert,
"Tideland" von Mitch Cullin,
"Die Korrekturen" von Jonathan Franzen,
"Kaltblütig" & "Die Grasharfe" von Truman Capote,
"Middlesex" & "The Virgin Suicides" von Jeffrey Eugenides,
"Carter - Das Spiel mit dem Teufel" von Glen David Gold

 

 

 


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